Äthiopien (ኢትዮጵያ) - Wiege der Menschheit

Ο  Äthiopien wurde als einziges Land Afrikas nie kolonialisiert und hat sich          immer wieder der Einflussnahme der europäischen Kolonialmächte                  erwehrt.

Ο  1896 schlug Äthiopien in der großen Schlacht von Adwa den Versuch                  Italiens zurück, Äthiopien zu annektieren. Von 1936 – 1941 besetzte Italien      Teile Äthiopiens, die im Zweiten Weltkrieg durch Unterstützung von diesen      Besatzern befreit wird.

Ο  Deutsche Handelskreise hatten auch immer wieder begehrliche Blicke            nach Äthiopien geworfen (von 1905 bis …), da es als rohstoffreiches Land        galt und große Gewinnspannen versprach.

Das ostafrikanische Land Äthiopien hat ca.100 Millionen Einwohner*innen und verfügt über ein beträchtliches agrarwirtschaftliches Potential mit gutem Ackerland und nutzbaren Süßwasserressourcen.

Dennoch ist Äthiopien gekennzeichnet durch:

-  Das hohe jährliche Bevölkerungswachstum von 2,5 – 3,0%.                                                                       -  85% der äthiopischen Bevölkerung sind abhängig von der Landwirtschaft.

- Hohe Defizite des Staatshaushalts und steigende hohe Staatsverschuldung.                                   -  Nicht tragfähige Staatsfinanzen.                                                                                                                    60% der Staatseinnahmen entstehen durch Auslandshilfen, Auslandskredite und                             Geldtransfers aus dem Ausland von Personen mit äthiopischen Wurzeln.

Hohe Korruption

Spürbare Einschränkung finanzpolitischer Handlungsspielräume und sinkende öffentliche         Leistungsangebote.

Regional enorme Unsicherheit der Grundbedürfnisbefriedigung des Einzelnen.

Rapide Degradation von Land und Wasser.                                                                                                       Wiederkehrende Trockenperioden und Dürre mit Wasser- und Nahrungsmittelknappheit und     Hunger.                                                                                                                                                                    Die Abhängigkeit von Nahrungsmittelhilfen und anhaltende Verarmung von mehreren                   Millionen Menschen.

Große strukturelle Defizite bei der Produktion von Nahrungsmitteln für den Eigenbedarf.         Große Mengen an Lebensmittelimporten für die Nahrungsmittelhilfe, die diese Defizite               verstetigen.

Regional unterschiedliche Klimawandelfolgen wie                                                                                                       .   Temperaturanstieg, länger andauernde Hitzewellen und daraus folgende                                            regionale und saisonale längere Dürreperioden, sowie jahreszeitlich verlagerte                              Vegetationsperioden und Frost.

                .   Starke Niederschlagsschwankungen bis hin zu stark abnehmenden                                                        Regenfällen, verstärktes Auftreten von Wetterextremen, wie Stürme, Stark-                                        regen und verheerende Überschwemmungen in den Flussgebieten.

Es fehlt eine kohärente Politik, die einen ökologisch nachhaltigen, sozioökonomisch und demokratisch angemessenen Fortschritt ermöglicht. Dabei sind Problemursachen wie z.B. Waffenhandel und illegale Finanzströme grenzüberschreitend und gefährden den internationalen Frieden und die Stabilität. Die internationale Politik, Wirtschaft und Handelsbeziehungen in Verbindung mit der globalen Finanzarchitektur verstetigen die Ungleichheit und führen somit ursächlich auch zu Flucht, Vertreibung und Migration.

Die Probleme und Herausforderungen tragen zwingend dazu bei, dass dem Umwelt- und Ressourcenschutz auf lokaler Ebene stärkere Bedeutung beigemessen werden muss.

Darum soll auf lokaler Ebene ein Bewusstsein entwickelt und Verständnis geschaffen werden für die lokalen Ursachen der Probleme und deren wechselseitige globalen Verflechtungen.Unser Konzept für eine sozioökonomisch und ökologisch nachhaltige Dorfentwicklung sieht vor, die Dynamik auf lokaler Ebene zu verstehen und die Gemeinschaften vor Ort aktiv einzubeziehen. Unter dem Motto ʺunsere Dorfgemeinschaft hat Zukunftʺ wollen wir deswegen standortspezifisch und bedarfsorientiert folgendes erreichen:

Sensibilisierung der Einwohner für die Bedeutung ihrer aktiven Mitwirkung bei der                        Bewältigung lokaler Herausforderungen,                                                                                                       Stärkung des Verantwortungsbewusstseins jedes Einzelnen für das eigene Handeln,                  Förderung des Verständnisses über politische, soziale, ökologische, klimatische und                     wirtschaftliche kausale und systematische Zusammenhänge der ländlichen Armut, Umwelt-     degradation und Menschenrechte,                                                                                                                      -  Motivation der Einwohner erhöhen, ihre Belange zu artikulieren und ihre politische                        Mitbestimmung bei der Planung und Gestaltung des öffentlichen Raumes einzufordern.

Unsere Zielgruppe und entscheidende Akteure unseres Aktionsradius sind benachbarte Dorfgemeinschaften im Flusseinzugsgebiet. Wir arbeiten auf individueller, gesellschaftlicher und politischer Ebene. Wir konzentrieren uns auf die Arbeit mit Multiplikator*innen. Es geht um Wissensaustausch, Informationsverbreitung und den Dialog zur Unterstützung der strukturellen, sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Transformation. Dies erfolgt durch

Konservierung und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen als unentbehrliche                     Lebensgrundlage,                                                                                                                                                    Integrierte, dem Klimawandel und den sich ändernden Umwelteinflüssen angepassten               Land- und Wasserwirtschaft,                                                                                                                                Errichtung von Versuchs- und Demonstrationsfeldern und                                                                    Unterstützung von Initiativen, die kreativ und kritisch denken und bedarfsorientierte                   Zukunftsperspektiven entwickeln.

Ο  In der Tat, der Handlungsbedarf in Äthiopien ist dringend.

Ο  Die Bewältigung der Herausforderungen wie Klimawandel, ländliche                  Armut, Umweltdegradation und Ernährungsunsicherheit scheint komplex      und schwierig angesichts der Inkohärenz verschiedener Politiken auf              nationaler wie auch auf multilaterale Ebene und ihren negativen                        entwicklungspolitischen Konsequenzen.

Ο  Zum Erreichen eines nachhaltigen, klimawandel-resistenten bzw.                      -verträglichen Transformationspfades wird es zwingend notwendig sein,          in den verschiedenen Politikfeldern abgestimmt und überprüfbar zu                handeln.

Ο  Als jemand, der seine Heimat verlassen hat und als Migrant/in der                     Diaspora lebt, scheint es angebracht zu fragen: Habe ich eine                              Verantwortung meinem Geburtsland gegenüber?